Stereotype und Ethnopaulismen

Название
Выездной семинар «Stereotype und Ethnopaulismen im Deutschen und Russischen» («Стереотипы и этнопаулизмы в немецком и русском языках»).

Содержание
Социолингвистический и лингвокультурологический семинар на немецком языке, основной целью которого было повышение мотивации студентов к научно-исследовательской работе в области лингвистики.

Организаторы
Projektleiter: Clemens Tonsern, Fiona Gutsch, Daniel Cambers

Время и место проведения
3 июня 2006 года, спортивно-оздоровительный лагерь ВГПУ.

Участники
Студенты факультета иностранных языков ВГПУ и Волжского гуманитарного института.

Präsentation der Ergebnisse zur Seminarphase „Autokulturelle Stereotype des Aussehens“Präsentation der Ergebnisse zur Seminarphase „Autokulturelle Stereotype des Aussehens“

Präsentation der Seminarphase „Sprachliches Erforschen der Umgebung“ (Einstieg zur Soziolinguistik)Präsentation der Seminarphase „Sprachliches Erforschen der Umgebung“ (Einstieg zur Soziolinguistik)

Wochenendseminar zur Soziolinguistik: Stereotype und Ethnopaulismen im Russischen und Deutschen

Unmittelbarer Anlass für das Projekt war das im Laufe des Lektoratsjahres 2005/06 im Unterricht und in außeruniversitären Veranstaltungen deutlich zu Tage getretene Interesse der Studierenden an soziolinguistischen Fragestellungen. Die vielzitierte „politkorektnost“ im Russischen wie auch im Deutschen war im Zusammenhang mit stereotypen Redewendungen häufig Anstoß für intensiven Meinungsaustausch unter den Studierenden.

Das Wochenendseminar zur Soziolinguistik sollte den Studierenden nun anhand von zwei plakativen Beispielen - Stereotypen und Ethnopaulismen im Russischen und Deutschen - die Möglichkeit geben, sich intensiver und auf sprachwissenschaftlicher Ebene mit dem Wechselverhältnis von Sprache und Verhalten auseinander zu setzen.

Am 3. Juni 2006 machten sich 12 Studierende der Wolgograder Staatlichen Pädagogischen Universität, die Tandemlektorin Inga Tscherkassova und Boschlektor Clemens Tonsern im universitätseigenen Bus um 9.00 auf den Weg in das knapp zwei Fahrstunden von Wolgograd entfernte, an der Achtuba gelegene Sportlager der WSPU, in Wolzhskij stiegen vier Teilnehmer der Hochschule für Geisteswissenschaften zu.

Nach dem Bezug der Räumlichkeiten begann das Projekt um 11.30 mit Kennenlernspielen im Park des Sportlagers. Die dabei anfangs ausgegebenen Aufgabenstellungen während des sprachlichen Erforschens der Umgebung in vier Gruppen führte die Teilnehmer bereits in das Thema ein und konnte erste, oft auch humoristische Denkanstöße bieten. So wurde von Passanten etwa das Wort „Ethnopaulismus“ in einer Umfrage als typisch deutsch mit Generalfeldmarschall Paulus assoziiert. Nach dieser Einführungsphase wurde in kurzen Theorieblöcken und Gruppenarbeit die Definition, die Klassifizierung, und die wichtigsten Merkmale von Stereotypen und insbesondere von ihnen geprägten Redwendungen. Nach der Präsentation von sogenannten autokulturellen Stereotypen des Äußeren durch die TeilnehmerInnen wurde anhand von ausgewählten Beispielen die Funktion von Stereotypen in der Sprache diskutiert. Die erste Seminarphase fand ihren Abschluss in der Erarbeitung von bekannten wissenschaftlichen Experimenten, welche die Irrationalität von Stereotypen belegen.

Ab 13.30 fanden sich alle TeilnehmerInnen in der Küche des Sportlagers zum gemeinsamen Kochen ein, das Mittagessen konnte im Freien am Ufer der Achtuba eingenommen werden.

Die zweite, den Ethnopaulismen im Russischen und Deutschen gewidmete Seminarphase begann wiederum mit einem themenbezogenen sprachwissenschaftlichen Aufwärmspiel im Park des Sportlagers. Daraufhin wurden parallel zum ersten Seminarblock in kurzen Theorieblöcken und Gruppenarbeit mit Kurzpräsentationen die Definition, die Funktion und Wirkung von Ethnopaulismen im Russischen und Deutschen erarbeitet. Herkunft und Bedeutung von in der russischen Jugendsprache im Augenblick gebräuchlichen Ethnopaulismen wurden hinsichtlich ihres „diskriminierenden Gehalts“ von den TeilnehmerInnen teilweise heftig diskutiert – wobei die Sensibilität für den Gebrauch stereotyp-geprägter Redewendungen und von Ethnopaulismen im Russischen und Deutschen unter den Teilnehmern deutlich gesteigert werden konnte.

Am Ende der zweiten Seminarphase stand die Ausgabe von sogenannten „FassungsLOSEN“ - von Stereotypen geprägten Redewendungen und Ethnopaulismen im Russischen und Deutschen -, die durch „ErkenntnisGEWINNEN“ - Hinweisen zur Herkunft und Bedeutung der Redeweisen und Ethnopaulismen - belohnt wurden. Den Abschluss des Wochenendseminars bildete die Seminarevaluation.

Um 20.00 traten die Teilnehmer nach einem gemeinsamen Abendessen am Flussufer – für viele viel zu früh – die Heimreise nach Wolgograd und Wolzhskij an.